Oliver Schiller-Sittl über die Digitalisierung der Musikbranche | Teil 3

Was hat die Digitalisierung für Musiker verändert?

Durch die Digitalisierung hat sich der Trend verstärkt, dass Künstler das Eigentum an einer selbst finanzierten Aufnahme behalten – und so selber zu „Labels“, also kleinen Musikfirmen, werden. Der Grund dafür ist die Digitalisierung der Aufnahme-Möglichkeiten von Musik, die wesentlich günstiger geworden sind. Ebenso wie die Digitalisierung des Marketings, der Vermarktung von Musik.

Anstelle von großen Budgets für Werbung über Massenmedien, teure Videos für MTV & VIVA, und viel Personal für Public Relations-Bearbeitung der Massenmedien Radio, TV & Presse, um Marktzugang zu bekommen und potentielle Zuhörer zu erreichen, ist durch das Internet der Marktzugang für jeden möglich. Damit ist eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit der direkten Vermarktung von Musik entstanden, deren Relevanz und Wirksamkeit täglich steigt.

Der Musiker wird sein eigener Marketing Manager

Anstelle von Kapital und dem Nadelöhr „Marktzugang“, an dessen engster Stelle in vor-digitalen Zeiten der A&R als Marktzugangs-Schranke stand, kann nun im Prinzip jeder Künstler, der gut organisiert ist, mit dem „richtigen“ Vertrieb seine eigene Musikfirma sein – muss aber dann folglich auch sein eigener Vermarkter sein. Durch die Personalisierung des Marketings – weg vom „one-to-many“ über Massenmedien hin zu „one-to-one“ über das Internet ist nun nicht mehr Kapital + exklusiver Marktzugang erforderlich, wie es die sog. „großen“ Musikfirmen, die „Majors“ repräsentieren. Heute sind Zeit + einfallsreiche, unterhaltsame Kommunikation, die zu einem veritablen Dialog mit den Interessenten führt, der Schlüssel.

Und diese kontinuierliche, dauerhafte, sehr persönliche „Unterhaltung“ kann kein Produktmanager einer großen Musikfirma führen, denn dieser hat nur ein relativ kurzes Zeitfenster in der „Veröffentlichungs-Phase“ pro Künstler, da er noch zig andere Künstler betreuen muss. Zudem merkt der Fan sofort, wenn hier Marketing-Mittelsmänner agieren. Die Struktur, Arbeitsweise + das daraus resultierende mögliche Timing ist der Grund, warum die Vermarktung über Marketing-„Vermittler“, wie sie die großen Musikfilmen darstellen, nicht mehr funktioniert.

Damit ersetzt direkte Kommunikation nun Kapital!

Auf betriebswirtschaftlicher Meta-Ebene ist übrigens das Gleiche passiert: Das Marketing wandelt sich von „Advertising“ zu „Communication“ – auch an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten. Für den Künstler bedeutet dies gleichzeitig, dass der Wandel im Marketing – weg vom „one-to-many“ über Massenmedien hin zu „one-to-one“ über das Internet ihm einen weiteren Arbeitsbereich aufbürdet.

Er muss also nicht nur überdurchschnittlich tolle Musik und Kompositionen erschaffen, gute Texte schreiben, klasse Musikaufnahmen hinbekommen und begeisternde Auftritte hinlegen. Er muss jetzt zusätzlich mit den Menschen, die sich für ihn interessieren, eine interessante, dauerhafte Unterhaltung führen. Dies liegt nicht jedem. Zudem hat ein Tag nur 24 Stunden. Die Antwort auf dieses Problem wird definieren, wie die Musikbranche der Zukunft aussieht.

Die Zukunft der Musikbranche…

Meine Antwort: Zu Beginn einer Karriere wird jeder Künstler auch Kommunikator mit authentischem „Gesicht“ sein müssen, „live“ und über das Internet, und eine gewisse kritische Masse an ersten Kontakten selber generieren müssen. In einem fortgeschrittenen Stadium, wenn er z. B. schon viele Auftritte hat – und erste Musikaufnahmen erfolgreich auf den globalen Plattformen platziert sind, wird er irgendwann aus Zeitgründen einen Vertreter brauchen.

Aufgrund des Erfordernisses einer sehr authentischen, persönlichen „Unterhaltung“ kann ein solcher Vertreter kein „Mittler von der Stange“, kein klassischer „Product Manager“ sein (s.o.). Sondern maximal ein dauerhafter Vertreter direkt neben ihm, eine Art persönlicher Assistent, der permanent in der Lage ist, nah am Künstler diese Unterhaltung mit zu führen. Meine Voraussage ist, dass dies zum Wiederaufstieg des Musik Managers führen wird, der allerdings ein Manager mit exzellenter digitaler Expertise sein muss. Er wird in der Lage sein müssen, den Digital-Account des Künstlers bei einem Vertrieb zu führen und die gesamte Bandbreite der Online Marketing Tools zu beherrschen, die für die Vermarktung heutzutage unabdingbar geworden sind. Idealerweise wird er sich dabei eines Digitalvertriebes bedienen, der Vertrieb mit Online Marketing bereits auf der technischen Ebene in einem einzigen „Dashboard“ integriert. Einem Digital-Vertrieb 2.0, oder Digitalvertrieb plus, wie es feiyr.com ist, einfach um den Überblick zu behalten und Zeit zu sparen.

Der Künstler wird allerdings weiterhin an der Schnittstelle der direkten Kommunikation mit den Fans gestaltend dabei sein müssen, um dieser Marketing-Unterhaltung die unabdingbare persönliche Note und Authentizität zu geben. Da ein solches One-Artist-Label aus geschilderten Gründen in Zukunft der Regelfall werden wird, ist es folglich die Aufgabe des A&Rs bei einem Vertrieb, genau diese Art Künstler zu finden.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

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silver bogan
12. Oktober 2019 3:31

Ich liebe Pop, danke für den Beitrag.
https://klingeltonekostenlos.com/musik/

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