Wie bekomme ich einen Vertrag mit einem Musik-Label?


Viele Künstler*innen träumen davon auf einem großen Label veröffentlicht zu werden, doch wie genau soll man das angehen? Und wie kommt man zu einem Vertrag mit einem solchen Label?
Einige richtungsweisende Tipps und Tricks für den richtigen Umgang und die richtige Herangehensweise an ein Label findest du nun hier.

1. Ein Label finden, das zu mir passt.

Sehr wichtig ist wohl, dass deine Bewerbung an ein Label geht, das dir und deinem Genre entspricht. Nimm dir also die Zeit, das Label und deine Beziehung dazu etwas genauer anzusehen: „Passt das Genre, das ich spiele, zu diesem Label?“
Es bringt dir nichts, wenn du Hip-Hop produzierst, das Label, zu dem du willst, jedoch ein Deep-House Label ist. Da ist die Ablehnung dann schon vorprogrammiert.
Genau so muss auch das Auftreten passen: ein Label, das Goth-Metal veröffentlicht, wird sich schwer mit einem Künstler vereinigen lassen, der den Eindruck von Neon 80er-Pop vermittelt.
Achte also auch darauf, dass dein Auftreten und wie du dich Online präsentierst, mit dem Label vereinbar ist.
An dieser Stelle kannst du durch gründliche Recherche vorab schon möglichen Ablehnungen und Frustrationen entgehen.

2. Eigene Marken-Darstellung.

Da wir schon dabei sind, möchte ich gleich bei der Marken-Darstellung weiter machen.
Du als Künstler verkörperst dich als Marke, also solltest du sehr darauf achten, wie diese Marke nach außen hin auftritt.
Passen deine Social-Media Postings zu deiner Musik? Wenn du Musiker bist, solltest du auch auf deinen Social-Media Kanälen möglichst viele Musik bezogene Postings machen. Labels schauen sich dein Online Auftreten an, wenn sie an deiner Musik interessiert sind. Ab und zu ein Food-Post oder ein Reisefoto sind natürlich nicht schlecht, da deine Fans daraus eine persönliche Bindung aufbauen. Jedoch sollten deine Postings überwiegend Musik bezogen bleiben und sich mit deinem Genre und den dazugehörigen Labels identifizieren.

3. Online-Auftritt.

Wie weit bist du vernetzt? Wie einfach sind deine Social-Media Kanäle und Shopseiten zu finden?
Baue ein Netzwerk auf, in dem du deine Präsenz auf so vielen Seiten wie möglich ausbreitest.
Benutze Social-Media Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter und LinkedIn, um Informationen über dich, deinen Künstler und deine Musik bereitzustellen.
Nutze Plattformen wie YouTube, SoundCloudMixcloud und Bandcamp, um deine Musik, Snippets, Promos, Liveauftritte und DJ Mixe für deine Fans zugänglich zu machen.
Nutze auch die Artist-Profile deines Künstlers in den Shops, um zu zeigen, wo man deine Musik kaufen kann.
Sammle dann alle diese Links in einem, wie zum Beispiel bei Linktr.ee.

Ein solcher Link ermöglicht es den Labels schnell und effektive deine Onlinepräsenz abzuchecken und zu sehen, was du bis jetzt erreicht hast.

4. Fan-Base.

Das wohl wichtigste, wenn du ein größeres Label anschreiben willst, ist deine Fan-Base. Heutzutage haben die Labels an sich kein Interesse mehr daran Künstler von 0 aufzubauen. Du solltest bereits eine gewisse Fan-Base mitbringen. Diese kannst du durch Live-Auftritte generieren oder auch durch geschickte Online-Vermarktung und Werbung.

Nutze zum Beispiel das Streaming Angebot von Seiten wie Mixcloud, wenn du elektronische Musik produzierst und als DJ auflegst.
Veröffentliche Videos von dir und deiner Band bei live Auftritten oder Bandproben auf YouTube, Facebook und Instagram. Diese Materialien können nicht nur deine Fan-Base erweitern, sondern auch später bei den Labelbewerbungen als Anschauungsmaterial dienen.

Mach ebenfalls Video Sequenzen für TikTok, vielleicht ein neuer Tanz zu deinem Lied, ein Lip sync oder eine kompakt geschnittene Zusammenfassung, wie du deine Sounds designest.
Nutze das ganze Potenzial des Internets, um dich oder deine Band als Performer Bekanntheit zu verschaffen.

 

5. Zielsetzung und Recherche.

Setz dir hohe Ziele. Stell zum Beispiel ein wirklich großes Label an die höchste Stelle, die du erreichen möchtest. Suche dir dann die Wege über verschiedene Labels, um dorthin zu kommen.
Du wirst wahrscheinlich nicht gleich mit dem ersten Track bei deinem Traum-Label landen. Jedoch kannst du, wenn du andere Künstler beobachtest, die dort auch veröffentlichen, sehen welche Wege sie gegangen sind, um bei diesem Label anzukommen. Recherchiere auch, ob es womöglich Labels gibt, die mit deinem Traum-Label kollidieren und konkurrieren. Es wäre schade, wenn du eines Tages dort angekommen bist und der A&R (Artists & Repertoire) Manager lehnt dich dann nur ab, weil du im Vorfeld bei Label XY veröffentlicht hast.

 

6. Annäherung und wie ich mit dem Verantwortlichen rede.

Recherchiere im Vorfeld wer der richtige Ansprechpartner für dein Anliegen ist, wer ist der Label-Chef und wer der A&R Manager? Achte explizit auf einen freundlichen und höflichen Umgangston. Man bekommt immer wieder mit, dass Leute auf Labels zu gehen und dabei die einfachsten Höflichkeitsregeln missachten.
Fang deine Bewerbung also immer erst einmal mit einer freundlichen Begrüßung, gefolgt von einer kurzen Vorstellung und Beschreibung deines Anliegens an.

 

7. Welches Material schicke ich ans Label?

Achte darauf, nicht zu viele Demos zu schicken, bleib im Rahmen von 1 bis 4 Tracks. Bei zu vielen Tracks fühlt sich der A&R womöglich erschlagen und löscht deine Bewerbung. Sende ihm auch nur die besten Tracks und achte darauf, dass diese Tracks unveröffentlicht sind. Kein Label möchte einen Track veröffentlichen, der schon hunderte Plays auf SoundCloud hat.
Nutze für deine Demos am besten SoundCloud-Links, die auf privat gestellt sind. Aktiviere auch die Download-Funktion, da viele Label-Mitarbeiter selbst DJs sind und somit deine Tracks vielleicht auch „Probefahren“ werden.

Außerdem ist es sinnvoll, für jedes Label eine eigene Playlist, mit dem Namen des Labels anzulegen. So siehst du erstens, ob sich das zuständige Label A&R deine Songs alle angehört hat, und zweitens, ob er die Songs womöglich weiter geschickt hat an andere Label Mitarbeiter.
Ebenso ist es eine gute Taktik, dass man bei Auftritten auf denen man die neuen Tracks „Probe fährt“ Videos macht, um die Reaktion des Publikums einzufangen. Legt man ein solches Video zu der Bewerbung des Tracks hinzu, können die Chancen, dass ein A&R zusagt, enorm steigen, da es ja deren Job ist, die Wirtschaftlichkeit eines Tracks abzuschätzen.

8. Stetige Selbstverbesserung

Kommen wir zum letzten Punkt auf der Liste.
Lass dich nicht von vereinzelten Rückschlägen unterkriegen, betrachte deinen Weg und verbessere dich stetig selbst. Es ist wahrscheinlich, dass du, wenn das hier deine Passion ist, du den Großteil deines Lebens in dieser Branche verbringen wirst.
Achte darauf, dass du immer weiter lernst und dir neue Fähigkeiten aneignest. Labels wollen dieser Tage lieber eigenständige Künstler, die sich um viele Dinge selbst kümmern können, damit sich das Label dann voll und ganz auf die Vermarktung konzentrieren kann.

 

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